Samstag, 4. Oktober 2014

Der kleine Eddy - DONE

Hallo, ich bin der kleine Eddy und bevor ich über die Regenbogenbrücke meine letzte Reise antrete, möchte ich Euch meine kleine Geschichte erzählen. Keine Angst, sie ist wirklich nicht sehr lang, denn vier Wochen Leben ist nicht die Welt.  
Als ich draußen geboren wurde, bekam ich ein Schicksalsbuch mit vier Seiten mit. Für jede Woche, die ich leben darf, eine Seite. Nun wurde meine letzte Seite aufgeschlagen und diese Seite verbringe ich bei der Kittenhilfe Erkelenz, bei meiner Pflegemami. Als man mich fand und ich bei meiner Pflegemami an kam, dachte niemand daran, dass ich es nicht schaffen würde. Man sah es mir ja auch nicht an. Beim TA dann die traurige Diagnose, ich schaffe es nicht. Ich merke auch selber, dass ich immer schwächer werde, kaum noch Nahrung aufnehmen kann und meine Kraft langsam zu Ende geht. Ich schlafe jetzt sehr viel, liege nur noch und nur wenn ich bei meiner Pflegemami auf dem Arm bin, versuche ich sie anzuschauen. Mehr schaffe ich schon nicht mehr und darum kuschel ich mich einfach nur in ihren Arm und so bleiben wir dann ganz ruhig miteinander. Ich spüre dann ihr Herz schlagen, so wie ich vor vier Wochen das Herz meiner Mami schlagen spürte.

Glaubt mir, ich möchte so gerne leben, nichts wäre mir wichtiger, als einmal durchs Zimmer zu toben, mit glücklichen Augen die Welt zu erobern und mit lieben Menschen zu schmusen. Aber wie darf ich das, wenn mein Buch nun bald zugeschlagen wird und meine Pflegemami mein letztes Kapitel schreibt. Denn ich bin ein Baby, das geboren wurde, um zu sterben. Bald meine kleinen Äuglein zum letzten Mal schließe und nie mehr die Liebe spüre, die mir so gut tut.

Ich bin traurig. Traurig, weil ich nicht verstehe, warum ich sterben muss. Meine Pflegemami versucht es mir zwar zu erklären, aber sie schafft es nicht richtig, weil sie dann immer wieder in Tränen ausbricht. Dann drückt sie mich ganz feste an sich und ist total verzweifelt, weil sie in diesem Jahr schon so viele Seelchen wie mich im Arm gehalten hat. Und heute hörte ich sie auch sagen, das sie bald keine Kraft mehrt hat, uns zu begleiten. Sie hat keine Pause, kann keine neuen Kräfte sammeln, weil ihr immer wieder Babys gebracht werden, deren Schicksalbuch nur wenige Seiten haben.

Meine Pflegemami kämpft um mich. Ich weiß, sie will das noch nicht so wahr haben. Aber wenn sie in mein Bettchen schaut und mich so kraftlos darin liegen sieht, spürt sie schon, wie verloren sie ist. Dann nimmt sie mich in den Arm, versucht stark zu sein und denkt, ich merke das nicht. Aber ich spüre das und es tut mir leid, dass ich nicht mit ihr viele Wochen verbingen darf. Es tut mir leid, dass ich nicht einmal ein Baby sein werde, dass in die Welt hinaus zieht, um sein Happy End zu leben und es tut mir leid, dass sie nie wegen mir Freudentränen weinen darf. Aber ich weiß auch, dass sie mir nie böse sein wird. Denn sie hat mich schon geliebt, als ich ihr das erste Mal mit meinen runden Knopfäuglein in die Augen gesehen habe. Und auch wenn ich nicht mehr lange bei ihr sein darf, weiß ich doch, sie wird mich nie vergessen und ganz feste in ihrem Herzen halten. Und wenn ich dann oben angekommen bin, wird der Schluppi sich um mich kümmern, mich in seine warmen Pfoten nehmen, mich lieben und behüten, so wie es meine Pflegemami hier macht.

Ich habe lange überlegt, ob ich Euch von mir erzählen soll. Denn, es gibt ja genug Elend auf der Welt und schöne Bilder und Geschichten tun der Seele gut. Aber ich wäre ja auch ein schönes Bild und eine schöne Geschichte geworden, wenn mein Schicksalsbuch es gewollt hätte. Doch ich bin eins von vielen Babys, die schon krank geboren werden. Geboren, um zu sterben. Und das nur, weil einige Menschen immer noch nicht bereit sind, die Katzen kastrieren zu lassen. Darum müssen unsere Mütter Babys über Babys bekommen. Solange, bis solche Babys wie ich dabei raus kommen. Und glaubt mit, wir wollen nicht sterben. Wir haben Angst davor und wenn der Tag kommt, drücken wir uns ganz fest in die Arme unserer Pflegemami, die uns dann zärtlich in ihrem Arm wiegt, bis wir bereit sind, zu gehen. Unsere Pflegemami wünscht uns verlorenen Babys immer, dass wir sanft einschlafen dürfen. Manche von uns dürfen das auch , aber manche dürfen das nicht und dann hilft uns der Tierarzt ganz sanft, den letzten Weg zu gehen.

Aber bevor ich jetzt gehe, habe ich eine Bitte und ich hoffe, ich darf sie stellen. "Bitte, lasst Eure Katzen kastrieren und sagt es auch weiter. Erzählt den Menschen meine Geschichte und bittet sie, ihren unkastrierten Katzen dies nicht anzutun. Nicht anzutun, dass sie Babys bekommen, die geboren werden, um zu sterben. Und sagt Ihnen, dass die süßesten Babys es nicht wert sind, wenn nur eins drunter ist, dass so traurig ist, weil es sterben muss".

 Meine Geschichte geht bald zu Ende, aber sie muss nicht sterben, wenn Ihr sie am Leben erhaltet. Und mit meiner Geschichte können vielleicht viele Babys gerettet werden, indem sie erst gar nicht geboren werden. Denn glaubt mir, es ist schrecklich zu wissen, ein Baby zu sein, das nur geboren wurde, um zu sterben.

 Nun endet meine Geschichte hier und ich danke Euch, dass Ihr Euch die Zeit genommen habt, sie zu lesen. Und ich danke allen, die mit dafür kämpfen, dass nicht noch mehr solcher Geschichten geschrieben werden müssen. Eines Abends werdet Ihr in den Nachthimmel schauen und viele kleine Sterne werden Euch einen lieben Gruß mit einem wunderschönen Strahlen schicken. Und auf einem werde ich sitzen und Euch als kleines Danke mein schönstes Strahlen schicken.

Mit einem lieben Gruß gehe ich jetzt leise und sage Euch einen lieben Gruß, Euer kleiner Eddy.

Verfasser unbekannt





Freitag, 3. Oktober 2014

Für immer - DONE

Als ich noch ein Welpe war,
unterhielt ich Dich mit meinen Possen
und brachte Dich zum Lachen.
Du nanntest mich "Dein Kind",
und trotz einer Anzahl durchgekauter Schuhe und
so manchem abgeschlachteten Sofakissen wurde ich
Dein bester Freund. Immer, wenn ich böse war,
erhobst Du Deinen Zeigefinger und fragtest mich "Wie konntest Du nur?" -
aber dann gabst Du nach und drehtest mich auf den Rücken,um mir den Bauch zu kraulen.
Mit meiner Stubenreinheit dauerte es ein
bisschen länger als erwartet, denn Du warst
furchtbar beschäftigt, aber zusammen bekamen
wir das in den Griff.

Ich erinnere mich an jene Nächte, in denen ich mich im Bett an Dich kuschelte und Du mir Deine Geheimnisse und Träume anvertrautest, und ich glaubte, das Leben könnte schöner nicht sein.
Gemeinsam machten wir lange Spaziergänge im Park, drehten Runden mit dem Auto, holten uns Eis
( ich bekam immer nur die Waffel, denn "Eiskrem ist schlecht für Hunde", sagtest Du ).
Und ich döste stundenlang in der Sonne, während ich auf Deine abendliche Rückkehr wartete.

Allmählich fingst Du an, mehr Zeit mit Arbeit und Deiner Karriere zu verbringen und auch damit, Dir einen menschlichen Gefährten zu suchen.
Ich wartete geduldig auf Dich, tröstete Dich
über Liebeskummer und Enttäuschungen hinweg,
tadelte Dich niemals wegen schlechter Entscheidungen und überschlug mich vor Freude,
wenn Du heimkamst und als Du Dich verliebtest.
Sie, jetzt Deine Frau, ist kein
"Hundemensch" -
trotzdem hieß ich sie in unserem Heim willkommen,
versuchte ihr meine Zuneigung zu zeigen und
gehorchte ihr. Ich war glücklich weil Du glücklich warst.

Dann kamen die Menschenbabies, und ich
teilte Deine Aufregung darüber. Ich war fasziniert
von ihrer rosa Haut und ihrem Geruch
und wollte sie genauso bemuttern.
Nur dass Du und Deine Frau Angst hattet, ich
könnte ihnen wehtun, und so verbrachte ich die
meiste Zeit verbannt in einem anderen Zimmer
oder in meiner Hütte.

Oh, wie sehr wollte auch ich sie lieben, aber
ich wurde zu einem "Gefangenen der Liebe".
Als sie aber größer waren, wurde ich ihr Freund.
Sie krallten sich in meinem Fell fest,
zogen sich daran hoch auf wackligen Beinchen,
pieksten ihre Finger in meine Augen, inspizierten
meine Ohren und gaben mir Küsse auf die Nase.
Ich liebte alles an ihnen und ihre Berührung
denn Deine Berührung war jetzt so selten geworden
- und ich hätte sie mit meinem Leben verteidigt, wenn es nötig gewesen wäre.
Ich kroch heimlich in ihre Betten, hörte ihren
Sorgen und Träumen zu, und gemeinsam
warteten wir auf das Geräusch Deines Wagens in der Auffahrt.

Es gab einmal eine Zeit, da zogst Du auf die
Frage, ob Du einen Hund hättest, ein Foto von
mir aus der Brieftasche und erzähltest Geschichten
über mich.
In den letzten Jahren hast Du nur noch mit
"Ja"
geantwortet und das Thema gewechselt.
Ich hatte mich von
"Deinem Hund" in "nur einen Hund"
verwandelt, und jede Ausgabe für mich wurde Dir ein Dorn im Auge.

Jetzt hast Du eine neue Berufsmöglichkeit in
einer anderen Stadt, und Du und sie werdet
in eine Wohnung ziehen, in der Haustiere nicht
gestattet sind.

Du hast die richtige Wahl für "Deine" Familie getroffen, aber es gab einmal eine Zeit,
da war ich Deine einzige Familie.
Ich freute mich über die Autofahrt, bis wir am
Tierheim ankamen.
Es roch nach Hunden und Katzen,
nach Angst,
nach Hoffnungslosigkeit.

Du fülltest die Formulare aus und sagtest
"Ich weiß, Sie werden ein gutes Zuhause für sie
finden".
Mit einem Achselzucken warfen sie Dir einen gequälten Blick zu.
Sie wissen, was einen Hund oder eine Katze in "mittleren"Jahren erwartet auch mit "Stammbaum".
Du musstest Deinem Sohn jeden Finger einzeln
vom Halsband lösen, als er schrie
"Nein, Papa!
Sie dürfen mir meinen Hund nicht wegnehmen!"

Und ich machte mir Sorgen um ihn und um die Lektionen, die Du ihm gerade beigebracht hattest:
über Freundschaft und Loyalität, über Liebe und Verantwortung, und über Respekt vor allem Leben.

Zum Abschied hast Du mir den Kopf getätschelt,
meine Augen vermieden und höflich auf das
Halsband und die Leine verzichtet.
Du hattest einen Termin einzuhalten, und nun habe ich auch einen.

Nachdem Du fort warst, sagten die beiden netten Damen, Du hättest wahrscheinlich schon
seit Monaten von dem bevorstehenden Umzug
gewusst und nichts unternommen, um ein
gutes Zuhause für mich zu finden.
Sie schütteltenden Kopf und fragten
"Wie konntest Du nur?"

Sie kümmern sich um uns hier im Tierheim so gut es eben geht.
Natürlich werden wir gefüttert,
aber ich habe meinen Appetit schon vor Tagen verloren.
Anfangs rannte ich immer vor ans Gitter,
sobald jemand an meinen Käfig kam, in der Hoffnung,
- das seiest Du - dass Du Deine Meinung geändert
hättest - dass all dies nur ein schlimmer Traum
gewesen sei ...oder ich hoffte, dass es zumindest
jemand wäre, der Interesse an mir hätte und mich retten könnte.

Als ich einsah, dass ich nichts aufzubieten hatte gegen das vergnügte Um-Aufmerksamkeit-Heischen unbeschwerter Welpen, ahnungslos gegenüber ihrem eigenen Schicksal, zog ich mich in eine ferne Ecke zurück und wartete.
Ich hörte ihre Schritte als sie am Ende des Tages kam, um mich zu holen und trottete hinter ihr her den Gang entlang zu einem abgelegenen Raum.
Ein angenehm ruhiger Raum.
Sie hob mich auf den Tisch und kraulte meine Ohren und sagte mir, es sei alles in Ordnung.
Mein Herz pochte vor Aufregung, was jetzt wohl
geschehen würde, aber da war auch ein Gefühl
der Erleichterung.
Für den Gefangenen der Liebe war die Zeit abgelaufen.

Meiner Natur gemäß war ich aber eher um sie besorgt.
Ihre Aufgabe lastet schwer auf ihr, und das fühlte ich, genauso wie ich jede Deiner Stimmungen erfühlen konnte.

Behutsam legte sie den Stauschlauch an meiner Vorderpfote an, während eine Träne über ihre Wange floss.
Ich leckte ihre Hand,
um sie zu trösten, genauso wie ich Dich vor vielen Jahren getröstet hatte.
Mit geübtem Griff führte sie die Nadel in meine Vene ein.
Als ich den Einstich fühlte und spürte, wie die kühle Flüssigkeit durch meinen Körper lief, wurde ich schläfrig und legte mich hin, blickte in ihre gütigen
Augen und flüsterte:
"Wie konntest Du nur?"

Vielleicht verstand sie die Hundesprache und sagte deshalb
"Es tut mir ja so Leid".
Sie umarmte mich und beeilte sich mir zu erklären, es sei ihre Aufgabe dafür zu sorgen,dass ich bald einem besseren Ort wäre, wo ich weder ignoriert noch missbraucht noch ausgesetzt werden könnte oder auf mich allein gestellt wäre - einem Ort der Liebe und des Lichts, vollkommen anders als dieser
irdische Ort.
Und mit meiner letzten Kraft versuchte ich ihr
mit einem Klopfen meines Schwanzes zu verstehen zu geben, dass mein
"Wie konntest Du nur?" nicht ihr gegolten hatte.

Du warst es, mein geliebtes Herrchen, an den ich dachte. Ich werde für immer an Dich denken und auf Dich warten.

Möge Dir ein Jeder in Deinem Leben so viel Loyalität zeigen.

Jim Willis 2001






Testament einer Katze - DONE

Wenn Menschen sterben, machen sie ein Testament,
um ihr Heim und alles, was sie haben denen zu hinterlassen,
die sie lieben.

 Ich würde auch solch´ ein Testament machen,
wenn ich schreiben könnte.

Einem armen, sehnsuchtsvollen, einsamen Streuner würde ich mein glückliches Zuhause hinterlassen, meinen Napf, mein kuscheliges Bett, mein weiches Kissen, mein Spielzeug und den so geliebten Schoss, die sanft streichelnde Hand, die liebevolle Stimme, den Platz, den ich in jemandes Herzen hatte, die Liebe, die mir zu guter Letzt zu einem friedlichen und schmerzfreien Ende helfen wird, gehalten im liebendem Arm.

Wenn ich einmal sterbe, dann sag´ bitte nicht:
Nie wieder werde ich ein Tier haben, der Verlust tut viel zu weh!

 Such Dir eine einsame,
ungeliebte Katze aus und gib´ ihr meinen Platz.

Das ist mein Erbe.

 Die Liebe, die ich zurück lasse, ist alles, was ich geben kann.

Margaret Trowton


Donnerstag, 2. Oktober 2014

Der alte Kettenhund - DONE

Ich bin allein, es ist schon Nacht
und stille wird´s im Haus,
dort ist ein Feuer angefacht,
da ruht mein Herr sich aus.
Er liegt im warmen Federbett,
deckt bis ans Ohr sich zu,
und ich, auf meinem harten Brett,
bewache seine Ruh´.

Die Nacht ist kalt, ich schlafe nicht,
der Wind aus Ost weht kalt,
die Kälte ins Gesicht mir kriecht,
ich bin ja auch schon alt.
Die Hütte, die mein Herr versprach,
erlebe ich nicht mehr,
Regen tropft durchs morsche Dach,
Stroh gibts schon lang nicht mehr.

Die Nacht ist kalt, der Hunger quält,
mein Winseln niemand hört,
und wüsst mein Herr auch was mir fehlt,
er wird nicht gern gestört.
Die Nacht ist lang, zum zehnten Mal
leck ich die Schüssel aus,
den Knochen, den ich mir versteckt,
ich grub ihn längst schon aus.

Die Kette ist so oft geflickt,
sie reibt den Hals mir bloß,
sie reicht nur noch ein kleines Stück,
und nie werd ich sie los.

Was Freiheit ist, das lern ich nie,
doch weiß ich, ich bin treu,
so liege ich, wart´ auf den Tod,
denn dieser macht mich frei.

Unbekannt





Mittwoch, 1. Oktober 2014

Die Geschichte von der kleinen Katze, die über die Regenbogenbrücke ging - DONE

Der kleine rote Kater blieb plötzlich stehen. Hinter ihm spielten Kätzchen auf einer bunten Sommerwiese, jagten einander und rauften spielerisch. Es sah so fröhlich aus, aber vor ihm, im klaren ruhigen Wasser des Teiches, sah er seine Mommy. Und sie weinte bitterlich. Er tapste ins Wasser und versuchte, sie zu berühren, und als er das nicht konnte, hüpfte er hinein. Nun war er ganz nass und Mommys Bild tanzte auf den Wellen fort. "Mommy!" rief er. "Ist etwas nicht in Ordnung?"

Der kleine rote Kater drehte sich um. Eine Dame stand am Ufer des Teiches, mit traurigen, aber liebevollen Augen. Der kleine rote Kater seufzte und kletterte aus dem Wasser. "Das muss ein Fehler sein", sagte er. "Ich sollte nicht hier sein". Er sah zurück ins Wasser und das Bild seiner Mommy spiegelte sich wieder darin. "Ich bin doch noch ein Baby.

Mommy sagt, das muss ein Irrtum sein. Sie sagt, ich darf gar nicht hier sein". Die freundliche Dame seufzte und setzte sich ins Gras. Der kleine rote Kater kletterte in ihren Schoß. Es war nicht Mommys Schoß, aber es war fast genauso gut.
Als sie begann, ihn zu streicheln und genau dort unter dem Kinn zu kraulen, wo er es am liebsten mochte, fing er fast gegen seinen Willen zu schnurren an.
"Ich fürchte, es ist kein Fehler. Es ist Dir bestimmt, hier zu sein, und Deine Mommy weiß es tief in ihrem Herzen", sagte die Dame. Der kleine rote Kater seufzte und lehnte seinen Kopf an den Fuß der Dame. "Aber sie ist so traurig. Es tut mir so weh, sie so weinen zu hören." "Aber sie wusste von Anfang an, dass dies geschehen würde" sagte die Dame mit einem liebevollen Blick auf den kleinen Kater. "War ich denn krank?" fragte der kleine Kater. Das überraschte den kleinen roten Kater. Niemand hatte jemals etwas darüber gesagt und er hatte oft zugehört wenn sie dachte, er schliefe. Sie sprach stets nur darüber, wie süß er doch war und wie schnell er gewachsen war.

"Nein, sie wussten nicht, dass Du krank warst", sagte die freundliche Dame "Aber dennoch wusste sie, dass sie die Tränen gewählt hatte". "Nein, das tat sie nicht", sagte der kleine rote Kater. "Wer würde schon Tränen wählen?" Sanft küsste die Dame sein Köpfchen. Er fühlte sich sicher und warm und geliebt - aber er war noch immer voll Sorge um seine Mommy.
"Ich will Dir eine Geschichte erzählen", sagte die Dame. Der kleine rote Kater sah auf und sah die anderen Tiere näher kommen. Katzen - Big Boy und Snowball, Shamus und Abby und auch Little Cleo und Robin. Merlin, Toby und Iggy und Zachary, Sweetie, Kamatta und Obie.

Hunde auch - Sally, Baby und Morgan, Rocky und Belle. Sogar eine Eidechse namens Clyde und einige Ratten und ein Hamster namens Odo. Alle legten sich erwartungsvoll ins Gras rund um die Dame und sahen wartend zu ihr auf. Sie lächelte und begann: "Vor langer, langer Zeit gingen die kleinen Engel zum Oberengel und baten ihn um Hilfe, weil sie so einsam waren. Der Oberengel brachte sie zu einer großen Mauer mit vielen Fenstern und ließ sie aus dem ersten Fenster auf alle möglichen Dinge schauen - Puppen und Stofftiere und Spielzeugautos und vieles mehr.

"Hier habt ihr etwas, das ihr lieben könnt" sagte der Engel. "Diese Dinge werden eure Einsamkeit vertreiben". "Oh, vielen Dank", sagten die kleinen Engel. "Das ist gerade, was wir brauchen". "Ihr habt das Vergnügen gewählt", erklärte ihnen der Oberengel. Aber nach einiger Zeit kamen die kleinen Engel zurück. "Dinge kann man schon lieben", meinten sie. "Aber sie kümmern sich nicht darum, dass wir sie lieben".
Der Oberengel führte sie zum zweiten Fenster. Sie sahen hinaus und sahen alle möglich Arten wilder Tiere. "Ihr könnt diese Tiere lieben", sagte er. "Sie werden wissen, dass ihr sie liebt." Die kleinen Engel waren begeistert. Sie liefen hinaus zu den Tieren.

Einer gründete einen Zoo, ein anderer ein Naturschutzgebiet, einige fütterten die Vögel. "Ihr habt die Befriedigung gewählt", sagte der Oberengel. Aber nach einiger Zeit kamen die kleinen Engel zurück. "Sie wissen, dass wir sie lieben", sagten sie. "Aber sie lieben uns nicht wieder. Wir möchten auch geliebt werden."

So führte sie der Oberengel zum dritten Fenster und zeigte ihnen die Menschen. "Hier sind Menschen zum Lieben", erklärte er ihnen. Die kleinen Engel eilten hinaus zu den Menschen.
"Ihr habt die Verantwortung gewählt", sagte der Oberengel. Aber bald waren sie wieder zurück. "Menschen kann man schon lieben", klagten sie "aber oft hören sie auf, uns zu lieben und verlassen uns. Sie brechen unsere Herzen." 

Der Oberengel schüttelte den Kopf. "Ich kann euch nicht mehr helfen. Ihr müsst mit dem zufrieden sein, was ich euch gegeben habe." Da entdeckte einer der kleinen Engel ein weiteres Fenster und sah kleine und große Hunde und Katzen, Eidechsen, Hamster und Frettchen. Die anderen liefen herbei und bestaunten sie. "Was ist mit denen?" riefen sie. Aber der Oberengel schob sie vom Fenster weg. "Das sind Gefühlstrainer", sagte er. "Aber wir haben Probleme mit ihrem Operating-System."

"Würden sie wissen, dass wir sie lieben?" fragte einer - "Ja", erwiderte der Oberengel widerstrebend. "Und würden sie uns wiederlieben?" fragte ein anderer - "Ja", erwiderte der große Engel. "Werden sie je aufhören, uns zu lieben?" riefen sie - "Nein", gestand der große Engel. "Sie werden euch für immer lieben." "Dann sind sie genau das, was wir uns wünschen", riefen die kleinen Engel. Aber der Oberengel war sehr aufgeregt. "Ihr versteht nicht", erklärte er ihnen. "Ihr müsst sie füttern. Und ihr müsst ihre Umgebung reinigen und immer für sie sorgen." "Das tun wir gerne", riefen die kleinen Engel. Und sie hörten nicht zu. Sie beugten sich nieder und nahmen die zahmen Tiere in die Arme und die Liebe in ihrem Herzen spiegelte sich in den Augen der Tiere. "Sie sind nicht gut programmiert" rief der Oberengel, "es gibt keine Garantie für sie. Wir wissen nicht, wie lange sie halten. Manche hören sehr rasch auf zu funktionieren, und manche halten länger!"

Aber das kümmerte die kleinen Engel nicht. Sie drückten die warmen weichen Körperchen an sich und ihre Herzen füllten sich mit Liebe, so dass sie fast zersprangen. "Wir haben unsere Chance!" riefen sie. "Ihr versteht nicht", versuchte es der Oberengel zum letzten Mal. "Sie sind so gemacht, dass selbst der Haltbarste von ihnen euch nicht überleben wird. Euer Schicksal wird sein, durch ihren Verlust zu leiden!" Die kleinen Engel betrachteten die Tiere in ihren Armen und schluckten. Dann sagten sie tapfer: "Das macht nichts. Es ist ein fairer Tausch für die Liebe, die sie uns geben." Der Oberengel sah ihnen nach und schüttelte den Kopf. "Nun habt ihr die Tränen gewählt", flüsterte er. "Und so ist es auch geblieben", meinte die freundliche Dame.

 "Und jede Mommy und jeder Daddy weiß das. Wenn sie euch in ihr Herz schließen, wissen sie, dass ihr sie eines Tages verlassen werdet und sie weinen müssen." Der kleine rote Kater setzte sich auf. "Warum nehmen sie uns dann zu sich?" fragte er erstaunt. "Weil auch nur eine kurze Zeit eurer Liebe den Kummer wert ist."
"Oh", sagte der kleine Kater und starrte wieder in den Teich. Da war noch immer das Bild seiner Mommy, weinend. "Wird sie jemals aufhören zu weinen?" Sie nickte. "Sieh, der Oberengel bedauerte die kleinen Engel. Er konnte die Tränen nicht wegzaubern, aber er mochte sie besonders." Sie tauchte die Hand in den Teich und ließ das Wasser von ihren Fingern tropfen.

"Er machte heilende Tränen aus diesem Wasser. Jede Träne enthält ein bisschen von der glücklichen Zeit und all dem Schnurren und Streicheln und der Freude an Dir. Wenn Deine Mommy weint, heilt ihr Herz. Es mag seine Zeit dauern, aber durch ihre Tränen fühlt sie sich besser. Nach einiger Zeit wird sie nicht mehr so traurig sein, wenn sie an Dich denkt, und sich nur der schönen Zeit erinnern. Und sie wird ihr Herz wieder für einen neues Kätzchen öffnen." "Aber dann wird sie eines Tages wieder weinen!" Die Dame lächelte ihn an und stand auf. "Aber sie wird auch wieder jemanden lieb haben. Daran wird sie denken".

Sie nahm Big Boy und Snowball in ihre Arme und kraulte Morgan genau dort am Ohr, wo sie es so mochte. "Sieh nur, die Schmetterlinge kommen. Sollen wir nicht spielen gehen?" Die anderen Tiere liefen voraus, aber der kleine rote Kater wollte seine Mommy noch nicht verlassen. "Werden wir jemals wieder zusammen sein?" Die freundliche Dame nickte. "Du wirst in den Augen jeder Katze sein, die sie ansieht. Und sie wird Dich im Schnurren jeder Katze hören, die sie streichelt. Und spät in der Nacht, wenn sie einschläft, wirst Du ihr nahe sein und ihr werdet beide Frieden haben.

Und bald, eines Tages, wirst Du ihr einen Regenbogen senden, damit sie weiß, dass Du in Sicherheit bist und hier auf sie wartest." "Das gefällt mir", sagte der kleine rote Kater und warf einen letzten langen Blick auf seine Mommy. Er sah ihr Lächeln unter ihren Tränen und wusste, dass ihr eingefallen war, wie er fast in die Badewanne gefallen wäre. "Ich hab' dich lieb, Mommy", flüsterte er. "Es ist schon okay, wenn Du weinst". Er blickte zu den anderen, die spielten, und lachten mit den Schmetterlingen. "Oh, Mommy! Ich gehe jetzt spielen, okay? Aber ich werde immer bei Dir sein, das verspreche ich." Dann wandte er sich um und lief den anderen nach.....

Unbekannt